Kroatische Freihandelszone TEC01
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Die „Zone“ – Kroatien, Slowenien, Serbien, Montenegro, Bosnien und Herzegowina und Teile Ungarns, seit 2045 unter dem Einfluss von TEC01 vereint: keine Zölle, keine bewachten Grenzen, eine Währung.
Kroatien liegt in einer unruhigen Gegend, und je mehr die EU auf Grenzkontrollen und Remigrationspolitik bestand, desto mehr wurde der gesamte Osten destabilisiert. Immer wieder gab es lokale Streitigkeiten. Darunter litt die Bevölkerung, Hunger und Armut nahmen zu. Sicherheit versprachen die von verschiedenen Konzernen gebauten Zentren, die umzäunt, bewacht und überwacht wurden. Etliche Menschen der Region zogen diese Zentren dem Leben außerhalb vor.
Nachdem 2027 die Kontrollen an den innereuropäischen Grenzen wieder etabliert worden waren, kam es mehrfach zu Ausschreitungen in ganz Osteuropa, die letztendlich durch die Bedrohung durch Russland befriedet wurden. Seit 2035 herrscht ein fortwährender Krieg mit Russland und seinen zahlreichen Verbündeten, wobei die Verbündeten ebenso wechseln wie die Zugehörigkeit der Länder zur EU, zu Russland oder ganz anderen Bündnissen.
Von der Unabhängigkeit zum Hinterland
Kroatien erkämpfte sich 1991 bis 1995 die Unabhängigkeit von Jugoslawien (Kroatischer Unabhängigkeitskrieg), trat 2013 der EU bei und führte 2023 den Euro ein. Ein Jahrzehnt später war davon wenig übrig: Mit den Grenzkontrollen ab 2027 wurde das Land zum Grenzland (Die Grenzjahre), 2035 kehrte mit dem Ende des Euro die Kuna zurück. An der Front des Russlandkriegs lag Kroatien nie, aber in seinem Hinterland (Kroatien als Hinterland).
Der Aufstieg von TEC01
Als TEC01 begann, war es ein kleiner kroatischer Konzern mit einem ganz anderen Namen: Bura Film, ein Filmstudio aus Split. Aber wenn Kroatien eins hat, dann ist es Landschaft. Und wenn Menschen in Krisenzeiten eins brauchen, dann ist es der Traum von etwas Schönem. Die Medienproduktionen von TEC01 waren erfolgreich, als es Hollywood nicht mehr gab – und innerhalb kürzester Zeit schraubte sich das kleine Filmstudio hoch, übernahm die Produktion von Kameras und Drohnen, übernahm ganze Städte und Zentren mit Heerscharen von Darstellern, Produzenten und Hilfspersonal … und kaufte sich in andere Bereiche ein: Medizin, Technologie, Landwirtschaft – es gibt eine Sparte für alles.
Die Einkäufe begannen natürlich in Kroatien und den Nachbarländern. 2045 gehörte TEC01 so viel Land – und Leute – in der Region, dass das Parlament nach seiner Pfeife tanzte. Das San-Andreas-Beben samt seinen weitreichenden Folgen – der neuen Solidarität ebenso wie den Flüchtlingsbewegungen aus dem Osten – half sehr, die firmeneigene Propaganda zu stützen. Der Vorschlag, den kroatischen Staat mit Gebieten der Nachbarstaaten zu einer Freihandelszone zu vereinen – nach alteuropäischem Vorbild ohne Zölle, ohne bewachte Grenzen und mit einheitlichem Geld –, wurde aber nicht nur deshalb von der Bevölkerung mit Begeisterung angenommen. Die Propaganda war in Kroatien und allen umliegenden Ländern so gut gelaufen, dass sich sogar Gebiete um die Aufnahme bewarben, die noch gar nicht unter der Kontrolle des Konzerns standen. Das Bild des geeinten Europas war mächtig; viele Menschen sehnen sich in der krisengebeutelten Region nach Einigkeit und Frieden.
Zur Zone gehören heute neben Kroatien Slowenien, Serbien, Montenegro, Bosnien und Herzegowina und der Süden Ungarns. Ältere sagen spöttisch, TEC01 habe Jugoslawien neu gegründet – nur ohne Krieg.
Die Zone und der Krieg
Im Krieg mit Russland (Der Ewige Krieg) ist die Zone neutral. Keine Soldaten an der Front, kein Wehrdienst – für viele Menschen aus dem Osten ein Grund mehr, hierher zu wollen.
Die Neutralität ist ein Geschäftsmodell: TEC01 verkauft Kameras und Drohnen an beide Seiten, über die Häfen der Zone laufen Lieferungen in beide Richtungen, und PRIME TIME: SURVIVAL läuft in Europa ebenso wie in Russland. Der Rest Ungarns gehört nicht zur Zone; er wechselt bis heute zwischen den Lagern.
Leben in der Freihandelszone
Das Leben in der Freihandelszone unterscheidet sich nicht stark vom Leben im Protektoratbund, allerdings sind die meisten Menschen glücklicher und fühlen sich freier. Social Credits werden weniger offensichtlich eingesetzt, und Wohnen ist nicht an Zonen gebunden – abgesehen davon, dass du dir eine Wohnung eben in Teccies leisten können musst. Die Überwachung ist überall, aber weniger sichtbar. Digitalisierung und Automatisierung sind besser in den Alltag integriert, kleine Roboterhelfer sind Normalität.
Leben und Arbeit
In der Freihandelszone arbeitest du für TEC01. Also, irgendwie. Meistens weißt du es nicht, aber der Konzern steckt in allem irgendwie drin. Macht aber nichts – immerhin hast du Arbeit, wie alle um dich herum. Es gibt Vollbeschäftigung für alle ab 18, dafür sorgen die konzerneigenen Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen. Gute Bezahlung ist nicht immer drin, aber Essen und eine Zeltplane kann sich jeder leisten. Wenn eine Zeltplane nicht dein Wohntraum ist und du keine verbotenen Drogen nimmst, kannst du auch in den Wohntürmen wohnen. Die Miete ist so gering, dass sich auch Zeltplanenbesitzer im Winter problemlos dort in WGs zusammenfinden.
Der größte Teil der Bevölkerung ist arm. Oder knapp dran. Aber Vollbeschäftigung und Propaganda helfen, auch ein stets mit Soja-Food gefüllter Bauch. Man beschwert sich nicht in der Freihandelszone. Wer es doch tut, verschwindet oft.
Wer genug Geld hat, wohnt in einem kleineren Wohnblock oder sogar in einem kleinen Häuschen. Wenn Job und Lebenswandel genug Social Credits abwerfen, kann man sich dazu noch den Luxus von richtigem Essen, Schwimmbad und Ähnlichem gönnen.
Die Superreichen regieren die Zone. Sie sind die CEOs der verschiedenen Sparten von TEC01 und ihre Familien. TEC01 ist weltweit mächtig und reich – und viele CEOs wohnen mit Stolz in der Konzernzone, auch wenn viele von ihnen nicht gebürtig aus der Gegend kommen.
Ereignisse
- Der Ewige Krieg (Ereignis)
- Die Grenzjahre (Ereignis)
- Die Welt 2059 (Begriff)
- Gründung der Kroatischen Freihandelszone TEC01 (Ereignis)
- Russland (Ort)
- Social Credits (Begriff)
- TEC01 (Organisation)
- Vireta (Ort)
- Wiedereinführung der innereuropäischen Grenzkontrollen (Ereignis)
- Wiederherstellung der EU (Ereignis)