Deutscher Protektoratbund
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„Die Schwarze Republik“ – faschistischer Konzernstaat aus Deutschland, Österreich, Teilen Norditaliens, den nicht überschwemmten Niederlanden und Dänemark.
Nach dem Zerfall der alten Bundesrepublik zwischen 2029 und 2040 ist aus dem, was einst Deutschland war, ein industrieller Kontrollstaat geworden – ein Hybrid aus autoritärer Regierung und wirtschaftsdominierter Herrschaft. Offiziell nennt sich das Gebilde Deutscher Protektoratbund, doch im Volksmund wird es nur „die Schwarze Republik“ genannt – ein ironischer Verweis auf ihre Uniformen, Drohnen, Hochsicherheitszonen und die allgegenwärtige Präsenz von Ordnungskräften. Zum Protektoratbund gehören neben Deutschland auch Österreich, Teile von Norditalien, die nicht überschwemmten Teile der Niederlande und Dänemark, aber nicht Grönland. Hauptstadt ist Neo-Berlin.
Entstehung
2029 gewinnt die rechtsextreme Alta-Partei die Bundestagswahl. Nach der großen Sturmflut 2031 regiert sie per Notverordnung, lagert Grenzschutz und Polizei an Konzerne aus (Sicherheitspartnerschaften), verkauft Bildung, Gesundheit und Rundfunk (Die große Privatisierung) und führt das Verhaltensprotokoll ein (Gründung des ZAOS). Als 2035 die EU als politische Union zerbricht, stellen sich die Nachbarn unter deutschen Schutz (Das Schutzbündnis) – daher der Name. 2040 wird der Protektoratbund ausgerufen, und die Alta-Partei geht in ihm auf (Ausrufung des Deutschen Protektoratbunds).
Regierung & Kontrolle
Der Staat wird nicht mehr von Parteien geführt, sondern von einem technokratischen Oberrat – einer Art Aufsichtsrat des Staates. Die Konzerne besetzen ihn mit Industrievertretern, Sicherheitsberatern und PR-Spezialisten; wie viele Sitze ein Konzern hält, richtet sich nach seinem Anteil an Währung, Sicherheit und Versorgung des Landes. Abstimmungen existieren nur noch als Simulation – orchestrierte Events für den globalen Außenhandel und das eigene Volk. Die eigentliche Macht liegt bei drei dominanten Konzernen: Akru-Mobile, BayMedics und JUMP Media.
Parteien gibt es keine mehr. Die Alta-Partei hat sich 2040 aufgelöst; ihre Funktionäre sitzen heute in den Konzernen, im ZAOS und im NKK.
Seit TEC01 2051 JUMP Media gekauft hat (TEC01 kauft JUMP Media), gehören dessen Sitze im Oberrat TEC01 – kaum jemand hat bemerkt, dass damit ein kroatischer Konzern im Protektoratbund mitregiert.
Gesellschaft & Alltag
Leben im Protektorat bedeutet ständige Überwachung – durch ein flächendeckendes System aus Kameras, Mikrofonen, Gesichtserkennung und menschlichen Kontrolleinheiten. Öffentliche Plätze werden von Drohnen überwacht, Häuser sind mit staatlich zertifizierten SmartFrames ausgestattet, die Gespräche auswerten und Verhalten registrieren.
Die Bevölkerung lebt in getrennten Zonenstrukturen:
- S-Zonen (Stabilisierte Bezirke): für linientreue Bürger, Konzernangestellte und Sicherheitskräfte. Hochmodern, effizient, steril. Oft große, moderne Wohnblöcke oder umzäunte, bewachte Siedlungen mit Einfamilienhäusern.
- Ü-Zonen (Übergang): für Arbeiter, Pendler, Logistikpersonal. Überbevölkert, videoüberwacht, rationiert. Alte Ein- oder Mehrfamilienhäuser mit manchmal kleinen Gärten, Wohnblöcke, die halbwegs gepflegt sind.
- N-Zonen (Niedrigsicherheitsgebiete): halbverfallene Randbezirke, in die das System nicht mehr investiert – außer in Kontrolle. Hütten, riesige Wohnblöcke, die langsam zerfallen, Containersiedlungen.
Einzelne Viertel werden regelmäßig gesäubert – sogenannte „Stabilisierungsaktionen“, bei denen abweichendes Verhalten nicht nur gemeldet, sondern sofort geahndet wird.
Das Verhaltensprotokoll
Jede Bürgerin und jeder Bürger führt ein Verhaltensprotokoll – besser gesagt, das System führt es, verwaltet durch das Zentrales Amt für Ordnung und Stabilität (ZAOS). Dieses Punktesystem ist über staatliche Konten einsehbar und durch Scanner an Bahnhöfen, Behörden und Kontrollpunkten abrufbar. Ein niedriger Score bedeutet:
- Verlust des Arbeitsplatzes und/oder der Wohnung
- Umsiedlung in niedrigere Wohnzonen
- Beschränkung öffentlicher Dienste (auch: Ausbildungsplätze, Recht zu studieren, Zugang zu Infrastruktur)
- Zwangseinweisung in „Neuordnungszentren“
Die Einhaltung dieser Regeln überwachen das ZAOS und seine Beamten, die tatsächliche Umsetzung führt aber das Normkontrollkommando (NKK) aus.
Ein hoher Score ermöglicht besseren und schnelleren Zugang zu Ressourcen und Infrastruktur, also auch zu Ausbildungs- oder Studienplätzen, zu besserer Nahrung (ja, Fleisch von echten Tieren und echtes Gemüse gibt es, aber …!), zu weniger restriktiven Informationskanälen und insbesondere zu Privatsphäre.
Der Score ist ein Indexwert, den das ZAOS jeden Monat neu berechnet – aus den im Monat verdienten Social Credits, den gespeicherten Creds und dem Fehlverhalten. Creds selbst verfallen, wenn man sie nicht innerhalb eines Jahres ausgibt.
Militär
Den eigenen Score erhöhen kann man auch durch Dienst an der Waffe, den seit 2050 nahezu alle Jugendlichen durchlaufen. Wer 2058 jünger als 24 ist, hatte also wahrscheinlich eine Form von Militärdienst, mindestens ein Jahr.
Es gibt aber nicht „das“ Militär, sondern mehrere – jeder Großkonzern hat sein eigenes stehendes Heer. Der Protektoratbund hat mit allen Konzernen einen Vertrag, dass sie im Fall eines Krieges Soldaten stellen. Das gilt auch für kleinere Firmen, deshalb haben diese oft Verträge mit den Megacons, dass ihre Auszubildenden eine Weile Wehrausbildung bei den Truppen der Großen machen. Wenn also dein gewünschter Studiengang nur von einer privat verwalteten Uni angeboten wurde, die unter die „Unterstützungsrichtlinie“ fällt – voilà, da war ein Wehrdienst. Wenn du zu viele Wartesemester hast – hervorragend, dann bist du eine Weile im Militärdienst.
Credits und Geld
Wenn du etwas haben willst, musst du es dir leisten können. Und du musst es kaufen dürfen. Luxusgüter – dazu zählt auch eine Fahrerlaubnis – und gehobene Dienstleistungen kauft man mit Geld und Social Credits zugleich – dafür entfallen die Steuern, die sonst auf diese Güter anfallen. Ob Wohnung oder Studienplatz überhaupt zugänglich sind, entscheidet dagegen der Score. Die Konzerne des Protektorats haben ihre Währungen so aneinander gekoppelt, dass der Tausch eins zu eins möglich ist. Bezahlt wird vor allem in Bay, der Währung von BayMedics, und in Mark: Die Alta-Partei hatte 2032 die Deutsche Mark wieder eingeführt (Rückkehr zur Deutschen Mark), 2037 übernahmen Akru-Mobile und JUMP Media sie gemeinsam vom Staat (Verkauf der Bundesbank). Als TEC01 sich bei JUMP einkaufte, war das größte Zugeständnis, dass ein Teccie nun auch ein Bay bzw. eine Mark ist.
Die Show
Bitte entscheide selbst, ob dein Charakter die Show kennt. Es gab in allen deutschsprachigen Bereichen der Welt Werbung dafür, und PRIME TIME: SURVIVAL ist im Herbst 2058 das mediale Event, über das alle sprechen. Sie wird auf Deutsch produziert, deshalb kommen nur Probanden auf die Insel, die zumindest etwas Deutsch sprechen; mit KI-Übersetzungen wird sie aber weltweit geschaut.
Ereignisse
- Akru-Mobile (Organisation)
- Ausrufung des Deutschen Protektoratbunds (Ereignis)
- BayMedics (Organisation)
- Das Schutzbündnis (Ereignis)
- Der Ewige Krieg (Ereignis)
- Die Welt 2059 (Begriff)
- Die Zonenordnung (Ereignis)
- Fanlieder (Begriff)
- Industrieblock B7/Augsburg (Ort)
- JUMP Media (Organisation)
- Kroatische Freihandelszone TEC01 (Ort)
- Normkontrollkommando (Organisation)
- Nullpunkt (Organisation)
- ReLiAl (Organisation)
- Showtime (Ereignis)
- Sicherheitspartnerschaften (Ereignis)
- Social Credits (Begriff)
- TEC01 (Organisation)
- Taya (Person)
- Teilung Polens (Ereignis)
- Versorgungszone Hellweg (Ort)
- Wehrdienst für alle Jugendlichen im Protektoratbund (Ereignis)
- Wiederherstellung der EU (Ereignis)
- Zentrales Amt für Ordnung und Stabilität (Organisation)
- Zerfall der Bundesrepublik (Ereignis)
- Ü-Zone Stuttgart (Ort)