Französische Sozialistische Republik

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République socialiste française (RSF) – seit 2035/37 sozialistischer Einparteienstaat mit Planwirtschaft und drei Sozialschichten.

Am 20. Mai 2035 wurde ein neuer sozialistischer Präsident namens Jacques Roudaut gewählt. Roudaut wurde durch ein Misstrauensvotum gegen den ehemaligen Präsidenten zur Wahl gestellt. Hintergrund war der Umgang der alten Regierung mit den Unruhen in Deutschland und dem Zerfall der EU – man wünschte sich rascheres Handeln. Die hohe Staatsverschuldung hatte landesweit zu Knappheiten geführt, und Roudaut gewann die Wahl mit großer Mehrheit unter dem Slogan „La France aux Français“ – Frankreich den Franzosen.

Innerhalb von zwei Jahren wurde Frankreich zur Französischen Sozialistischen Republik (République socialiste française, RSF) umgeformt. Die zentralistische Demokratie wurde wieder eingesetzt, alles konzentrierte sich auf Paris als Machtzentrum. Gleichzeitig wurden andere Parteien so weit geschwächt, dass sie faktisch nicht mehr wählbar sind. Bis heute finden groß inszenierte Wahlen statt, bei denen man aber nur der Partei (Parti France) zustimmen kann. Der neue sozialistische Staat kontrolliert das Leben, die Medien, was man zu tun und zu denken hat – einfach alles.

Paris wurde zu einer Touristenstadt umfunktioniert, andere Städte und Regionen wurden in sogenannte „Sektoren“ aufgeteilt. Der Zugang zu diesen Sektoren ist für Personen ohne französischen Pass stark eingeschränkt – eine Änderung, die weite Teile der Bevölkerung mit Begeisterung aufnahmen. Frankreich solle wieder nur den Franzosen gehören. Dass dabei die größten Einnahmequellen der ländlichen Regionen wegbrachen, merkte man erst, als die Umstrukturierung durch war und sich Armut und Hunger wie ein Lauffeuer außerhalb der Ballungszentren ausbreiteten. Als Reaktion darauf übernahm die Regierung die Steuerung aller wirtschaftlichen Prozesse und richtete eine Planwirtschaft ein. So sollte die Versorgung aller Franzosen mit Grundlebensmitteln und anderem Bedarf gesichert werden.

Kleine und mittelständische Unternehmen, Landwirtschaft usw. wurden zu Staatsbetrieben umfunktioniert. Natürlich gibt es auch Konzerne, die sich der Staatskontrolle entzogen haben. Sie spielen eine Sonderrolle im Staat und erkaufen sich ihre Freiheiten oft mit massiver Bestechung. TEC01 ist einer der internationalen Konzerne, die dennoch in Frankreich agieren.

Das Land ist in Bezirke und Sektoren unterteilt. Die Sektoren sind geschlossene Wohngebiete bzw. ländliche Areale mit einigen Läden, die man zum Leben braucht – nur gibt es weniger Vorräte als in Paris oder in den Bezirken für das gehobene Volk. Man bekommt nur, was der Staat geplant hat. Die großen Städte innerhalb der Sektoren sind grau, durchzogen von Plattenbauwohnungen, die nur der staatseigene Betrieb errichten darf.

Die Küstenregion im Süden Frankreichs ist ausschließlich für Regierungsbeamte oder sogenannte „Nutznießer“ zugänglich, es sei denn, man arbeitet dort, um diese zu bedienen. In der Propaganda wird das Bedienen der Reichen als Ehre dargestellt, als Dienst an der großartigsten Nation.

Ils servent la France, et toi, tu les sers.
— Slogan aus der RSF, 2045

Konzerne in der RSF

Zwei Konzerne halten die meiste Macht: der Staatssender Television La France und der Megakonzern La Bonair.

Monaco – der Marionettenstaat

Monaco ist von der Französischen Sozialistischen Republik eingekauft worden. Man einigte sich darauf, dass seine Strukturen bestehen bleiben; Monaco ist nur für Reiche und Gleichgeschaltete gedacht. Monaco hat das Glücksspiel mit Monte Carlo und natürlich Stadtrennen auf seiner berühmten Formel-1-Strecke.

Der Alltag

Es gibt drei Sozialschichten im Land.

Die „Geduldeten“, also die Armen, leben in den Sektoren des Landes. Wer als Geduldeter geboren wurde oder dort hineingefallen ist, hat kaum Chancen herauszukommen. Man geht auf eine einfache Schule und darf danach entscheiden, ob man Leiharbeiter wird oder das, was der Staat am meisten braucht. Das ändert sich immer wieder spontan – mal werden drei Monate lang Bauarbeiter gesucht, dann plötzlich mehr Arbeiter in den Läden usw. Daher ist „Leiharbeiter“ die häufigste Berufsbezeichnung in dieser Schicht. Die Geduldeten kommen auch für das kleinste Vergehen öfter in Gefängnisse oder Zuchthäuser als andere Sozialschichten und werden von der Staatspolizei und ihren „Petzen“ öfter beobachtet.

Die „Gleichgeschalteten“, aus Sicht der Regierung normale Bürger, leben außerhalb der Plattenbauten in Häusern, die ebenfalls vom Staat gebaut werden. Sie haben eine bessere Bildung genossen und arbeiten in besser bezahlten Jobs, z. B. als Sekretär oder Büroangestellte. In diesen Wohngegenden (meist „Bezirke“ genannt, obwohl zu einem Bezirk mehr als ein Wohngebiet gehören kann) gibt es aufgrund hoher Polizeipräsenz sehr wenig Kriminalität. Die Versorgung in den Bezirken ist ein wenig besser, dort bekommt man auch Annehmlichkeiten wie Käse, Wein oder Schokolade – zwar in Rationen, aber immerhin. Den Status verliert man, wenn das digitale Parteibuch drei bis vier negative Einträge hat oder die Staatspolizei und ihre Handlanger einen wegen gröberer Straftaten festnehmen. Denunziation eingeschlossen – die findet natürlich schnell mal statt, weil man sich damit beim lokalen Parteivorsitzenden beliebt machen kann.

Die „Nutznießer“, einfach Leute mit Einfluss und Geld, sind die deutlich besser gestellten Bürgerinnen und Bürger. Eine Wohnung oder ein Haus in Paris oder sogar an der Südküste, Annehmlichkeiten und Luxus bestimmen das Leben. Der Preis für diesen Status ist eine finanzielle Abgabe an den Staat – eine Parteispende, die sich außer den sehr Reichen kaum jemand leisten kann. Nutznießer können sich überall im Land bewegen, und Strafen gibt es für sie kaum bis gar nicht – man kennt ja den Richter vom Golfen. Den Status verliert man nur, wenn man Geld ins Ausland schafft, z. B. in die Schweiz oder nach Andorra, oder andere „revolutionäre“ Aktionen beginnt.

Ereignisse

Umformung zur Französischen Sozialistischen Republik 2035 – 2037
Frankreich wird zum zentralistischen Einparteienstaat mit Planwirtschaft.
Weltwissen
Wahl von Jacques Roudaut 20.05.2035
Nach einem Misstrauensvotum gewinnt der Sozialist Jacques Roudaut die französische Präsidentschaftswahl mit großer Mehrheit.
Weltwissen politisch Interessierter
Wiederherstellung der EU 2039 – 2042
Die europäischen Konzerne stellen die EU de facto wieder her – als Wirtschafts- und Militärbund, ohne Spanien, Frankreich und die östlichen Staaten.
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Erwähnt in